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Wiener Kaffeehaus
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Das Wiener Kaffeehaus [kaËfeËËhaÊÌŻs] ist als gastronomische Einrichtung eine typische Wiener Institution, die bis heute ein wichtiges StĂŒck Wiener Tradition darstellt. Die Wiener Kaffeehauskultur gehört seit 2011 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO.cite-ref-1[1]cite-ref-2[2] Stefan Zweig schrieb in seinen Memoiren Die Welt von Gestern ĂŒber seine Wiener Jugend, dass das Wiener Kaffeehaus âeine Institution besonderer Art darstellt, die mit keiner Ă€hnlichen der Welt zu vergleichen istâ.cite-ref-3[3]
Contents
âą Eigenart
⹠Literatencafés
âą Geschichte
âą Sonstiges
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Eigenart
Traditionelle KaffeehĂ€user sind in den europĂ€ischen GroĂstĂ€dten zu einer Institution geworden. Wien mit seiner legendĂ€ren Kaffeehauskultur war Ausgangspunkt fĂŒr diese Ăra und Tradition. Mit der Wiener Kaffeehauskultur ist die Besonderheit verbunden, dass das stundenlange Verweilen mit Zeitungen, Literatur und GesprĂ€chen das gesellschaftliche Leben frĂŒh prĂ€gte. Stamm-KaffeehĂ€user wurden zu fixen Orten der Zusammenkunft von Intellektuellen, Literaten und KĂŒnstlern.cite-ref-4[4]
Der um 1900 erschienene Illustrierte Wegweiser durch Wien und Umgebungen, der Wien-Besucher auch ĂŒber die Funktion der Wiener KaffeehĂ€user informierte, definierte diese Institution so:
âFĂŒr das gesellschaftliche und theilweise auch fĂŒr das geschĂ€ftliche Leben von Wien sind die KaffeehĂ€user von der höchsten Bedeutung. Namentlich in den Nachmittagsstunden vollzieht sich in denselben ein nicht unbedeutender Theil des Verkehrs, und das âStamm-Kaffeehausâ ist ein Zusammenkunftsort.âcite-ref-orf-at-20150102-5-0[5]
Die Einrichtung des typischen Wiener Kaffeehauses reichte bzw. reicht von gemĂŒtlich-plĂŒschig bis hin zu kĂŒhl-stilvoll. Als klassisch gelten Thonet-StĂŒhlecite-ref-6[6] der in Wien ehemals ansĂ€ssigen Thonet-Sessel-Manufaktur und Kaffeehaustische mit Marmorplatten. Eines der am besten erhaltenen KaffeehĂ€user ist das CafĂ© Sperl, das ĂŒber eine unverfĂ€lschte, nicht modernisierte, aber stark restaurierte Einrichtung verfĂŒgt. Das CafĂ© Central im Palais Ferstel (errichtet nach PlĂ€nen des Architekten Heinrich von Ferstel) ist seit der Neueröffnung 1975 in einer monumentalen Halle im Stile der Neorenaissance untergebracht, das CafĂ© PrĂŒckel hingegen besitzt eine originalgetreu erhaltene Einrichtung aus den 1950er Jahren. Das CafĂ© Westend besticht durch authentisch abgenutzten Charme.
Oft gibt es vor dem Lokal den so genannten Schanigarten, wo man im Freien beim Kaffeetrinken die vorbeigehenden Leute beobachten kann.
Im Kaffeehaus werden meist kleine Speisen wie WĂŒrstel und Mehlspeisen, Kuchen, Torten oder im CafĂ© Hawelka die berĂŒhmten Buchteln geboten. Einige KaffeehĂ€user bieten allerdings auch eine volle Auswahl an Gerichten der Wiener und internationalen KĂŒche an.
In vielen klassischen Wiener KaffeehĂ€usern (beispielsweise dem CafĂ© Ritter, CafĂ© Diglas, dem CafĂ© Central oder dem CafĂ© PrĂŒckel) wird abends, ab 18 oder 19 Uhr, an bestimmten Tagen der Woche Klaviermusik gespielt â ab und zu auch untermalt mit speziellen Themenprogrammen und anderen Darbietungen wie zum Beispiel literarischen Lesungen. DarĂŒber hinaus wird jedoch in Wiener KaffeehĂ€usern in der Regel auf eine musikalische Beschallung verzichtet.
Jahrzehntelang gab es in Wien etliche KaffeehĂ€user, die permanent bis weit nach Mitternacht geöffnet hatten, namentlich das Cafe Drechsler, das Kaffee Urania und das Kaffee Alt Wien. WĂ€hrend das Kaffee Alt Wien diese Tradition fortsetzt, ist das CafĂ© Drechsler seit 2013 nur noch am Wochenende ĂŒber Mitternacht hinaus geöffnet. Das Kaffee Urania, welches traditionell die lĂ€ngste Nachtöffnungszeit hatte, wurde Ende JĂ€nner 2016 geschlossen. wiener-kaffeehaus-billard
Wiener Kaffeehaus-Billard
Das seit dem 17. Jahrhundert sich verbreitende Billardspiel fand schnell Einzug in die Wiener KaffeehĂ€user. So sah sich Maria Theresia bereits 1745 zu einer Regulierung der Aufstellung in den KaffeehĂ€usern veranlasst. So war es demnach nur gestattet Billardtische in ebenerdigen SchankrĂ€umen mit Fenstern zur Gasse aufzustellen. War es anfĂ€nglich noch ein âadeliges Spielâ, so erhielt bald das BildungsbĂŒrgertum Zugang zum Spiel (auch Mozart spielte gerne eine Partie).
Erstmals erhielt der LeopoldstĂ€dter Kaffeesieder Leichnamschneider 1781 die Bewilligung, ein Billardzimmer im ersten Stock seines Kaffeehauses einzurichten. Profis spielten seinerzeit vor allem im CafĂ© Hugelmann, dann im CafĂ© Neuner in der Plankengasse. Das vom Verfall bedrohte âMilanische Kaffeehausâ wurde 1808 von Peter Corti ĂŒbernommen, dort fand das Billard eine besondere HeimstĂ€tte. Ab 1805 brachten französische Offiziere das noch heute ĂŒbliche âfranzösische Billardâ (Karambolage) nach Wien. Die gröĂte Verbreitung fand Billard seit dem VormĂ€rz, insbesondere als man Billardtische in besseren oder darauf spezialisierten KaffeehĂ€usern fand.
Als das Spielen ab Mitte des 19. Jahrhunderts gĂŒnstiger wurde, fand es schnell eine gröĂere Verbreitung.cite-ref-billard-7-0[7] Zu dieser Zeit entstand auch der typische Wiener âKaffeehausbillardâ, ein kleinerer als der ĂŒbliche Karambolagetisch mit den SondermaĂen 95 Ă 190 cm. Bekannte BillardcafĂ©s waren zu der Zeit unter anderem CafĂ© Adami (1728â1866, benannt nach Dominik Adami),cite-ref-cafe-adami-8-0[8] Regensburger Hof, Silbernes Kaffeehaus (1808â1855, insgesamt 28 Tische),cite-ref-silbernes-kaffeehaus-9-0[9] und CafĂ© Stierböck (ab 1790 bis zum Abbruch des Hauses).cite-ref-cafe-stierb-ck-10-0[10] Meist befand sich in den CafĂ©s auch gleichzeitig eine Billardschule bzw. -universitĂ€t. Ab 1845 mussten die Kaffeesieder eine Steuer, Billardabgabe genannt, entrichten, deren Abschaffung 1895 von der Genossenschaft gefordert wurde.
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte es zum âguten Tonâ, Billard zu spielen. Nachdem 1931 der âĂsterreichische Amateur-Billard-Vereinâ gegrĂŒndet worden war, fand der âErste Ottakringer Billardclubâ ab 1936 im Billard-CafĂ© Ritter (16. Bezirk, Ottakringer StraĂe 117) seine Heimat. Zu den heute noch existierenden CafĂ©s mit Billardbetrieb zĂ€hlt das vom österreichischen Staatsmeister Heinrich Weingartner betriebene CafĂ© Weingartner in der GoldschlagstraĂe 6 im 15. Bezirk, das seit 1874 existiert.cite-ref-billard-7-1[7] Ăhnliche Institutionen gab es z. B. auch in Berlin mit dem âCafĂ© Kerkauâ in der FriedrichstraĂe (betrieben vom Weltmeister Hugo Kerkau) oder das âCafĂ© Woerzâ am Nollendorfplatz.
Literatencafés
â
Hauptartikel
:
Kaffeehausliteratur
Eindeutig war zu jeder Zeit nur das fĂŒhrende LiteratencafĂ© festzustellen, das CafĂ© Griensteidl etwa, wo sich um 1890 in der Zeit des Fin de SiĂšcle die Vertreter des âJung Wienâ zusammenfanden: Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal, Richard Beer-Hofmann, Hermann Bahr, Felix Salten. Zu den LiteratencafĂ©s zĂ€hlte, ab 1899, auch das Museum mit seiner bekannten Einrichtung, welche von Adolf Loos gestaltet wurde. Unter den StammgĂ€sten waren unter anderem die Maler Gustav Klimt, Egon Schiele und Oskar Kokoschka, die Schriftsteller Joseph Roth, Karl Kraus, Georg Trakl, Elias Canetti, Hermann Broch, Robert Musil und Leo Perutz, die Komponisten Alban Berg, Franz LehĂĄr und Oscar Straus sowie die Architekten Otto Wagner und Adolf Loos zu Gast. Nach dem Abriss des Griensteidl folgte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs dann das CafĂ© Central mit seinen StammgĂ€sten Karl Kraus, Peter Altenberg, Egon Friedell, Oskar Kokoschka, Alfred Polgar und Leo Trotzki.
Abgelöst wurde es vom CafĂ© Herrenhof. Es öffnete zu Beginn des Ersten Weltkriegs. Zu seinen StammgĂ€sten zĂ€hlten unter anderem Hermann Broch, Robert Musil, Franz Werfel, Leo Perutz sowie Joseph Roth und Otto Soyka. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte es noch ein Schattendasein, ehe es 1960 vorlĂ€ufig geschlossen, 1967 in eine Art Espresso umgewandelt wurde und am 30. Juni 2006 fĂŒr immer die Pforten schloss. Ab 1961 fungierte danach das CafĂ© Hawelka als Zentrum des geselligen kĂŒnstlerischen Lebens â freilich immer in Konkurrenz zu anderen CafĂ©s wie dem Museum, dem Imperial oder einem der zahllosen weniger berĂŒhmten HĂ€usern. Entlang der Kette dieser CafĂ©s trifft man immer wieder auf die Namen von KĂŒnstlern, Dichtern und Schriftstellern, die hier zusammentrafen. Trotz der Generationswechsel wurde die Tradition, die keinesfalls auf Wien beschrĂ€nkt war, nahtlos fortgefĂŒhrt. Etliche âCentralistenâ stammten aus Böhmen, viele StammgĂ€ste des Herrenhof aus Prag, wo sie vor 1918 bereits in Franz Kafkas StammcafĂ© Arco verkehrt hatten.
Geschichte
Die Legende besagt, dass die Wiener wĂ€hrend der Befreiung von der Zweiten TĂŒrkenbelagerung im Jahre 1683 einige SĂ€cke mit seltsamen Bohnen fanden, die sie zunĂ€chst fĂŒr Kamelfutter hielten und verbrennen wollten. König Jan III Sobieski soll diese seinem Offizier und Dolmetscher namens Georg Franz Kolschitzky ĂŒbergeben haben. Dieser hĂ€tte die SĂ€cke an sich genommen und das erste Kaffeehaus gegrĂŒndet. Diese Geschichte ist jedoch erfunden; der Piarist Gottfried Uhlich setzte sie 1783 in seiner Chronik âGeschichte der zweyten tĂŒrkischen Belagerung Wiens, bey der hundertjĂ€hrigen GedĂ€chtniĂfeyerâ in die Welt.
TatsĂ€chlich stammt das erste Wiener Kaffeehaus aus dieser Zeit. Am 17. JĂ€nner 1685 erteilte Kaiser Leopold I. einem Armenier namens Johannes Theodatcite-ref-11[11]cite-ref-12[12] als Dank fĂŒr dessen Dienste die Hoffreiheit, das âtĂŒrkische GetrĂ€nk, als Caffe, The und Scherbet, zu praeparierenâ.cite-ref-13[13] Theodat, auch Deodat oder Diodato genannt, erhielt die Genehmigung fĂŒr zwei Jahrzehnte und eröffnete sogleich sein Kaffeehaus, ein einziges Zimmer mit einfachen HolzbĂ€nken im Hachenbergischen Haus auf dem Haarmarkt, heute RotenturmstraĂe 14. SpĂ€ter hatten die Griechen das Monopol zum Ausschank von Kaffee inne.
Das neue GetrĂ€nk fand bei der Wiener Bevölkerung groĂen Anklang, sodass die Zahl der KaffeehĂ€user rapide anstieg. 1819 gab es schon 150 Kaffeesieder, davon 25 in der Innenstadt. Um 1900 gab es in Wien 600 KaffeehĂ€user; die GĂ€ste waren fast ausschlieĂlich MĂ€nner. Das Kaffeehaus war damals ein Treffpunkt in den hierin integrierten Spiel- und Rauchsalons. Damen war der Zutritt allenfalls in mĂ€nnlicher Begleitung erlaubt. In der FrĂŒhzeit der KaffeehĂ€user trugen die Kaffeevarianten meist keine Namen. Einer Anekdote Friedrich Torbergs zufolge soll in einem Kaffeehaus der Kellner dem Gast eine Farbpalette gereicht haben, auf der die StĂ€rke des Kaffees in Farbabstufungen von Schwarz bis milchig-weiĂ symbolisiert war, woraufhin dieser wĂ€hlte, indem er auf die gewĂŒnschte Farbe zeigte.
Seine BlĂŒtezeit erlebte das Wiener Kaffeehaus Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts, als sogenannte Kaffeehausliteraten wie Peter Altenberg, Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal, Alfred Polgar, Karl Kraus, Stefan Zweig, Hermann Broch und Friedrich Torberg ihre StammcafĂ©s zur bevorzugten Lebens- und ArbeitsstĂ€tte machten. Viele bekannte KĂŒnstler, Wissenschaftler, Techniker und Politiker der Zeit, darunter Egon Schiele, Gustav Klimt, Oskar Kokoschka, Adolf Loos, Theodor Herzl, Siegfried Marcus oder auch Leo Trotzki, waren hĂ€ufige GĂ€ste im Kaffeehaus. Zudem trafen sich Schachspieler in den KaffeehĂ€usern.cite-ref-14[14] Auch in Prag, Budapest, Lemberg, Triest und anderen GroĂstĂ€dten Ăsterreich-Ungarns gab es viele KaffeehĂ€user nach Wiener Vorbild, die zum Teil heute noch bestehen.
âEs stellt eine Institution besonderer Art dar, die mit keiner Ă€hnlichen der Welt zu vergleichen ist. Es ist eigentlich eine Art demokratischer, jedem fĂŒr eine billige Schale Kaffee zugĂ€nglicher Klub, wo jeder Gast fĂŒr diesen kleinen Obolus stundenlang sitzen, diskutieren, schreiben, Karten spielen, seine Post empfangen und vor allem eine unbegrenzte Zahl von Zeitungen und Zeitschriften konsumieren kann. TĂ€glich saĂen wir stundenlang, und nichts entging uns.â
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Stefan Zweig
Ab 1950 begann das âKaffeehaussterbenâ, als einige berĂŒhmte Wiener KaffeehĂ€user schlieĂen mussten, verursacht durch verĂ€nderte Freizeitgewohnheiten (z. B. die wachsende Beliebtheit des Fernsehens) und das Aufkommen âmodernerâ Espresso-Bars. Auf der Wiener RingstraĂe ĂŒberlebten beispielsweise von 15 verzeichneten KaffeehĂ€usern zur âgoldenen Zeitâ vor dem Ersten Weltkrieg etwa vier bis 2014. Drei sind ursprĂŒngliche CafĂ©s unter demselben Namen, eines wurde auf das umgebende Hotel umbenannt und ein anderes wurde zu einer neuen âLoungeâ in einem Hotel.cite-ref-orf-at-20150102-5-1[5] Trotzdem gibt es auch heute noch etliche dieser typischen Wiener Lokale, die sich ihren ursprĂŒnglichen Charme bewahrt haben, zumal seit den 1990er Jahren allgemein ein neues Interesse an der Kaffeehaus-Tradition zu beobachten ist.
Kaffeezubereitung
âIn Wien hat fast jedes Kaffeehaus eine aus verschiedenen Sorten bestehende Kaffeebohnenmischung, die jeder Kaffeesieder natĂŒrlich als âGeschĂ€ftsgeheimnisâ hĂŒtet. Sonst wird der Kaffee in ganz Wien gekocht und nicht gebrĂŒht. Die bestimmte Menge ganz fein geriebenen Kaffees wird in das kochende Wasser (auf 1 Liter 8â10 Deka) geschĂŒttet, mit einem Löffel umgerĂŒhrt, und nachdem sie einigemale aufgewallt ist, in die Aufzugmaschine geschĂŒttet, worauf diese sehr langsam aufgezogen wird. Vielfach wird dem Kaffee mit Wasser gesprudeltes Eigelb beigefĂŒgt, um den Kaffee zu klĂ€ren. Der aufgezogene reine Kaffee wird dann in gutschlieĂenden Porzellankannen im Wasserbade heiĂ gehalten.â
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F. J. Beutel
:
Die modernen GetrĂ€nke â 1212 Rezepte mit 68 Abbildungen
, Heinrich Killinger Kochkunstverlag, Leipzig und Nordhausen, 2. Auflage, undatiert (ca. 1925)
GebrĂŒhter Kaffee wurde in Wien auch zubereitet, aber mit der Bezeichnung âKarlsbaderâ (nach der dafĂŒr nötigen Stockwerkskanne, der âKarlsbader-Kanneâcite-ref-16[16]) oder âMokkaâ versehen. Seit dem Aufkommen der Espressomaschinen wird auch die damit gewonnene Variante des kurzen, schwarzen Kaffees als Mokka bezeichnet.cite-ref-17[17]
In der langjĂ€hrigen Wiener Kaffeehaustradition wurden an die 50 Kaffeezubereitungen serviert, die mit den SchalengröĂen bzw. Anrichtung in speziellen GlĂ€sern, der Zugabe oder Weglassens von Zucker, Obers, Schlagobers, Milch, Milchschaum, Milchhaut, Spirituosen und der Reihenfolge oder Schichtung der Zugaben variiert waren. Eine der Ă€ltesten, und bis heute meistgeorderten, Wiener KaffeespezialitĂ€ten ist die Wiener Melange.
Liste der Cafés in Wien, die die Wiener Kaffeehaustradition pflegen
In Wien gibt es nahezu 1000 aktive CafĂ©s aller Art (Stand 2021: 958)cite-ref-18[18], fast 1000 Espresso-Bars und ĂŒber 200 CafĂ©-Konditoreien. Die bekanntesten KaffeehĂ€user, zum Teil noch mit Originaleinrichtungen, sind:
| Name | Bild | Bezirk und Standort | Weitere Informationen |
|---|---|---|---|
| Café Mozart | | 1. , Albertinaplatz Standort | |
| Kaffee Alt Wien | | 1. , BĂ€ckerstraĂe Standort | |
| CafĂ© Bellaria | | 1. , BellariastraĂe Standort | |
| Café Korb | | 1. , BrandstÀtte Standort | |
| Café Hawelka | | 1. , Dorotheergasse Standort | |
| Kleines Café | | 1. , Franziskanerplatz Standort | |
| CafĂ© Tirolerhof | | 1. , FĂŒhrichgasse Standort | |
| Café Central | | 1. , Herrengasse , im Palais Ferstel Standort | |
| Café Frauenhuber | | 1. , Himmelpfortgasse Standort | Eines der Àltesten KaffeehÀuser Wiens (seit 1824) |
| Café Imperial | | 1. , KÀrntner Ring , im Hotel Imperial Standort | |
| Café Schwarzenberg | | 1. , KÀrntner Ring ( Schwarzenbergplatz ) Standort | |
| Café Demel | | 1. , Kohlmarkt Standort | k.u.k. HofzuckerbÀcker seit 1786 |
| CafĂ© Museum | | 1. , Operngasse Standort | Die ursprĂŒngliche Innenausstattung stammte von Adolf Loos |
| CafĂ© Sacher | | 1. , PhilharmonikerstraĂe, im Hotel Sacher hinter der Oper Standort | BerĂŒhmt auch wegen der Sachertorte |
| Café Reichsrat | | 1. , Rathausplatz 8 Standort | |
| Café BrÀunerhof | | 1. , Stallburggasse Standort | |
| Café Ministerium | | 1. , Stubenring Standort | |
| CafĂ© PrĂŒckel | | 1. , Stubenring (Ecke Dr.-Karl-Lueger-Platz ) Standort | |
| Café Landtmann | | 1. , UniversitÀtsring Standort | |
| Café Diglas | | 1. , Wollzeile Standort | |
| Café Heiner | | 1. , Wollzeile Standort | K.u.k. HofzuckerbÀcker |
| Café Zartl | | 3. , Rasumofskygasse Standort | |
| CafĂ© Frey | | 4. FavoritenstraĂe 44 Standort | Eines der Ă€ltesten KaffeehĂ€user Wiens (seit 1895) [ 19 ] |
| CafĂ© Goldegg | | 4. , ArgentinierstraĂe Standort | |
| CafĂ© Wortner | | 4. , Wiedner HauptstraĂe Standort | |
| CafĂ© RĂŒdigerhof | | 5. , HamburgerstraĂe Standort | 1903 eröffnetes JugendstilcafĂ© |
| CafĂ© Sperl | | 6. , Gumpendorfer StraĂe Standort | |
| Cafe Drechsler | | 6. , Linke Wienzeile 22/Girardigasse 1 Standort | |
| Café Savoy | | 6. , Linke Wienzeile Standort | |
| CafĂ© Ritter | | 6. , Mariahilfer StraĂe Standort | |
| Café Jelinek | | 6. , Otto-Bauer-Gasse Standort | |
| CafĂ© Westend | | 7. , Mariahilfer StraĂe | |
| CafĂ© Eiles | | 8. , JosefstĂ€dter StraĂe Standort | |
| Café Florianihof | | 8. , Florianigasse 45 | |
| CafĂ© Hummel | | 8. , JosefstĂ€dter StraĂe Standort | |
| CafĂ© Rathaus | | 8. , LandesgerichtsstraĂe Standort | |
| CafĂ© Weimar | | 9. , WĂ€hringer StraĂe Standort | |
| CafĂ© Dommayer | | 13. , Dommayergasse/Johann-StrauĂ-Platz Standort | |
| Café Residenz | | 13. , Schloss Schönbrunn Standort | |
| CafĂ© Weingartner | | 15. , GoldschlagstraĂe Standort | |
| CafĂ© Weidinger | | 16. , Gablenzgasse/ GĂŒrtel Standort | |
| CafĂ© Ritter Ottakring | | 16. , Ottakringer StraĂe Standort | |
| Café Schopenhauer | | 18. , Staudgasse Standort | |
| CafĂ© Falk | | 22. , Wagramer StraĂe Standort | |
Ehemalige KaffeehÀuser
| Name | Bild | Bezirk und Standort | Weitere Informationen |
|---|---|---|---|
| CafĂ© Herrenhof | | 1. , Herrengasse | Verewigt im Werk Die Tante Jolesch von Kaffeehausliterat Friedrich Torberg , ab 1967 Nachfolgerlokal, SchlieĂung 2006 |
| Café Hofburg | | 1. , Hofburg , Innerer Burghof | 2022 geschlossen |
| CafĂ© Fenstergucker | | 1. , KĂ€rntner StraĂe / Walfischgasse | Ca. 1945 zerstört |
| Café Griensteidl | | 1. , Michaelerplatz | 2019 geschlossen |
| Silbernes Kaffeehaus | | 1. , Plankengasse 4 | 1855 geschlossen |
| CafĂ© Adami | | 1. , RotenturmstraĂe | 1866 geschlossen |
| Café Schottenring | | 1. , Schottenring | 2012 geschlossen |
| Café Kramer | | 1. , Stock-im-Eisen-Platz | Befand sich an der heute nicht mehr existierenden Schlossergasse, an der Stelle befindet sich heute ein HÀuserblock zwischen dem Trattnerhof und dem Stock-im-Eisen-Platz; 1866 abgerissen |
| Kaffee Urania | | 3. , RadetzkystraĂe | 2016 geschlossen |
| Café Dobner | | 6. , Linke Wienzeile | Heimat von Literatur am Naschmarkt , 1950 geschlossen |
| CafĂ© Josephinum | | 9. , WĂ€hringer StraĂe | Treffpunkt des Wiener Kreises , ca. 1960er-Jahre geschlossen |
| Café Wunderer | | 14. , Hadikgasse | 2013 geschlossen |
Sonstiges
Der Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer veranstaltete 2017 einen Flohmarkt im und mit dem Burgtheater, mit GegenstÀnden aus dem Theater und Cafés. Ein Teil des Erlöses kam den Klavierspielern in den KaffeehÀusern zugute.cite-ref-20[20]
Auf der Lokalbahnstrecke WienâBaden verkehrten von 1927 bis 1938 SchnellzĂŒge mit einem Buffetwagen, der vom CafĂ© Pöchhacker betrieben wurde. Das Angebot wurde als so umfassend wie in einem echten Wiener Kaffeehaus beworben.cite-ref-21[21]
Vom Kaffee kochen leitet sich die Bezeichnung âKaffeesiederâ ab, wie die Betreiber von KaffeehĂ€usern genannt wurden. Der seit 1956 abgehaltene Traditionsball der zugehörigen Innung in Wien ist der âKaffeesiederballâcite-ref-22[22], mittlerweile einer der gröĂten BĂ€lle der Wiener Ballsaison.cite-ref-23[23]
Literatur
âą Christian BrandstĂ€tter (Hrsg.): Das Wiener Kaffeehaus. Christian BrandstĂ€tter, Wien/MĂŒnchen 2020, ISBN 978-3-7106-0453-9.
âą Helmuth Burgert: Das Wiener Kaffeehaus. Heimat Verlag, Brixlegg o. J. [1937], Ăsterreichische BĂŒcherei 2
âą Milan DubroviÄ: Veruntreute Geschichte. Die Wiener Salons und LiteraturcafĂ©s. Zsolnay, Wien/Hamburg 1985, ISBN 3-552-03705-5.
âą Kurt-JĂŒrgen Heering (Hrsg.): Das Wiener Kaffeehaus. Insel, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-458-33018-6.
âą Gerhard H. Oberzill: Ins Kaffeehaus! Geschichte einer Wiener Institution. Verlag Jugend und Volk, Reihe: Wiener Themen, Wien 1983
⹠Michael Rössner (Hrsg.): Literarische KaffeehÀuser, Kaffeehausliteraten. Böhlau, Wien 1999, ISBN 3-205-98630-X.
âą Wolfram Siebeck: Die KaffeehĂ€user von Wien. Eine Melange aus Mythos und SchmĂ€h. Heyne, MĂŒnchen 1996, ISBN 3-453-11530-9 / Edition Wien, Wien 1996, ISBN 3-85058-125-X (versucht AtmosphĂ€re, QualitĂ€t und Zeitungsangebot zu bewerten, mit vielen Fotos).
âą Hans Veigl (Hrsg.): Lokale Legenden. Wiener Kaffeehausliteratur. Kremayr und Scheriau, Wien 1991, ISBN 3-218-00530-2, zugleich Hanser, MĂŒnchen 1991, ISBN 3-446-16429-4, erweiterte und kommentierte Neuauflage: oekom verlag, MĂŒnchen 2006, ISBN 978-3-86581-023-6 (Viel Historisches zu den KaffeehĂ€usern).
âą Christopher Wurmdobler: KaffeehĂ€user in Wien. Ein FĂŒhrer durch eine Wiener Institution. Klassiker, moderne CafĂ©s, Konditoreien, Coffeeshops. 2. Auflage. Falter Verlag, Wien 2010, ISBN 978-3-85439-439-6.
Weblinks
Commons
: Cafés in Wien
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⹠Das Wiener Kaffeehaus (Website der Fachgruppe Wien der KaffeehÀuser)
âą Eintrag zu LiteratencafĂ©s â ein Spaziergang durch das Wien der Jahrhundertwende im Austria-Forum (im AEIOU-Ăsterreich-Lexikon)
âą Katja Sindemann: Nicht daheim und doch nicht an der frischen Luft â Die Geschichte einer ewigen Leidenschaft. Eine Erinnerung an die jĂŒdische Kultur im Wiener Kaffeehaus zwischen Fin de SiĂšcle und 1938. Nu, 3/2008
âą Christopher Wurmdobler: Die Sieder. Kaffeehaussterben ist fĂŒrs Erste abgesagt â viele Wiener KaffeehĂ€user sind nĂ€mlich besser geworden. Falter 48/2008
âą Kaffeehaus im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien
Einzelnachweise
cite-note-11. â KaffeehĂ€user werden Kulturerbe auf ORF vom 10. November 2011.
cite-note-22. â Wiener Kaffeehauskultur. In: UNESCO-Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Ăsterreich. Ăsterreichische UNESCO-Kommission, abgerufen am 21. Februar 2012.
cite-note-33. â Stefan Zweig: Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines EuropĂ€ers. Fischer, Frankfurt am Main 1986, S. 56. (Vorschau in Google Books.)
cite-note-44. â Britta Heithoff: Kaffeeliebe. Espresso-, BrĂŒh- und Filtertechniken. Franzis Verlag, Haar bei MĂŒnchen 2018, ISBN 978-3-645-60612-7, S. 273.
cite-note-orf-at-20150102-55. â Kaum ein Cafe ĂŒberlebte goldene Ăra. In: wien.orf.at. 2. Januar 2015, abgerufen am 2. Januar 2015. Es existier(t)en im Uhrzeigersinn: CafĂ© PrĂŒckel (Stubenring 24, existiert) CafĂ© SchĂŒsswald (Parkring 2), CafĂ© Katzmeyr (Parkring 8), CafĂ© Krippel (Parkring 10), CafĂ© Union (Kolowratring 2, heute Schubertring), CafĂ© Schwarzenberg (KĂ€rntner Ring 17, existiert), CafĂ© Frohner (KĂ€rntnerring 16, nach dem damaligen HotelpĂ€chter benannt, wurde zum CafĂ© Imperial im gleichnamigen Hotel), CafĂ© Kremser (KĂ€rntnerring 8, heute Hotel âThe Ringâ mit Restaurant und Bar), CafĂ© Bristol (KĂ€rntnerring 2, neue âLoungeâ im gleichnamigen Hotel), CafĂ© Bauer (Opernring 8), CafĂ© de LâOpera (Opernring 8), CafĂ© Landtmann (UniversitĂ€tsring 4, existiert), CafĂ© UniversitĂ€t (ab Ende 1932 neu: CafĂ© Bastei, Schottengasse 11 / Franzensring 14, heute: UniversitĂ€tsring 14; siehe: Das neueröffnete CafĂ© âBasteiâ, Wien, I., Ring des 12. November, Ecke Schottengasse. Besitzer: Pöchhacker und Dörner. In: Das interessante Blatt, Nr. 52/1932, 29. Dezember 1932, S. 18. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/dib), CafĂ© Victoria (ab FrĂŒhjahr 1929 neu; Schottengasse 10 / Schottentor / Ecke Schottenring 1; siehe: Das neueröffnete âCafĂ© Victoriaâ am Schottentor. In: Das interessante Blatt, Nr. 10/1929, 7. MĂ€rz 1929, S. 21. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/dib), CafĂ© Mandl (Schottenring 13), CafĂ© Lloyd (Schottenring 19, zuletzt lange Zeit unter dem Namen CafĂ© Schottenring, Juli 2012 zugesperrt, die RĂ€umlichkeiten stehen leer. Vor der Zeit als CafĂ© war es eine Bierhalle.) Neu hinzugekommen ist 1935 das anstelle einer Eisenwarenhandlung entstandene CafĂ© Ministerium (Georg-Coch-Platz 4 / Ecke Stubenring 6).
cite-note-66. â Andrea Gleininger: Der Kaffeehausstuhl Nr. 14 von Michael Thonet. BirkhĂ€user, Frankfurt/M. 1998, ISBN 3-7643-6832-2.
cite-note-cafe-adami-88. â Cafe Adami (1. Bezirk, RotenturmstraĂe 25) im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien
cite-note-silbernes-kaffeehaus-99. â Silbernes Kaffeehaus (1. Bezirk, Seilergasse 18, identisch mit Spiegelgasse 17 und Plankengasse 4) im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien
cite-note-cafe-stierb-ck-1010. â CafĂ© Stierböck (2. Bezirk, KraterstraĂe 4, bei der damaligen SchlagbrĂŒcke, heute SchwedenbrĂŒcke) im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien
cite-note-1111. â Wer brachte den Kaffee nach Wien (Memento vom 29. April 2001 im Internet Archive)
cite-note-1212. â Karl Teply: Die EinfĂŒhrung des Kaffees in Wien. Verein fĂŒr Geschichte der Stadt Wien, Bd. 6, Wien 1980, S. 104. Zitiert in: Anna Maria Seibel: Die Bedeutung der Griechen fĂŒr das wirtschaftliche und kulturelle Leben in Wien am Beispiel der Familie Zepharovich. S. 94 (downloadbar als PDF); und Die Geschichte des Kaffeehauses in Wien. In: vienna.cc.
cite-note-1414. â Helmut Pfleger: Schach. In: Zeitmagazin, 23. Januar 2025, S. 44.
cite-note-151. Das Kaffeehaus: eine Art demokratischer Klub (Memento vom 9. Dezember 2011 im Internet Archive) in k2-kultur in centrope
cite-note-1717. â Wiener Kaffee â Alle Sorten erklĂ€rt â Mokka, Wiener Melange und Co. In: kaffee.org. 30. Dezember 2016, abgerufen am 7. Mai 2022.
cite-note-1818. â Anzahl der KaffeehĂ€user in Wien laut statista
cite-note-192. Ăber uns | Cafe Frey. Abgerufen am 6. Oktober 2022.
cite-note-2020. â Cafes und Burgtheater leeren Lager. In: orf.at, 22. September 2017, abgerufen am 23. September 2017.
cite-note-2121. â ANNO, Salzburger Volksblatt: unabh. Tageszeitung f. Stadt u. Land Salzburg, 1927-05-20, S. 4. Abgerufen am 5. November 2020.
cite-note-2222. â Wiener Kaffeesiederball, abgerufen am 27. Oktober 2011.
cite-note-2323. â http://www.wientanz.com/index.php/news/54/52